01. Juni 2021
01. Juni 2021
Für den Wärmeverbund Lindenplatz in Allschwil untersuchte die ADEV Ökowärme im Mai 2021 den Zustand zweier Grundwasserbrunnen und setzte dafür zwei Berufstaucher ein.
Für diesen Job braucht es starke Nerven. Berufstaucher und Berufstaucherinnen führen unter Wasser handwerkliche Arbeiten aus und das in extremsten Lagen wie in Wasserkraftwerken, unter Ölplattformen oder Schiffen. Ende Mai 2021 tauchten zwei solcher Taucher beim Gartenbad Bachgraben in einen engen Brunnen.
Wie es dazu kam: Beim Lindenplatz in Allschwil entsteht ein neuer Wärmeverbund. Er soll mit der Wärme aus dem Grundwasser betrieben werden. Die ADEV Ökowärme prüfte im Mai 2021 dafür zwei ältere Brunnen beim Gartenbad Bachgraben. Die Brunnen – ein vertikaler und ein horizontaler – sind meist unbenutzt und werden nur einmal im Jahr gebraucht, wenn das Gartenbad zu Beginn der Saison die Schwimmbecken auffüllt.
Für die Prüfung der Brunnen setzte die ADEV Ökowärme AG einen Kamerawagen ein, um Aufnahmen des Zustands unter Wasser zu gewinnen. Beim vertikalen Brunnen stellte das kein Problem dar; der Kamerawagen wurde an Seile gebunden und ins Wasser heruntergelassen. Beim horizontalen war jedoch eine ungewöhnliche Methode notwendig: Berufstaucher mussten erst eine lange Leiter bis zum Wasserspiegel hinunter klettern. Sie tauchten dort bis in 30 Meter Tiefe in den engen Grundwasserbrunnen ein, um den Kamerawagen in den horizontalen Schacht einzuführen.
Diese Bestandsaufnahme ergab, dass der ältere, vertikale Brunnen mit Baujahr 1950 noch intakt ist. Mit seiner Leistung von 1500 Litern pro Minute eignet er sich als Teil-Energieträger für den geplanten Wärmeverbund. Der horizontale Brunnen erwies sich dagegen als stark versandet und seine Filter sind durch rostige Ablagerungen teilweise verstopft. Er liefert nur noch 1000 Liter pro Minute. Eine Sanierung wäre aufwändig und böte dennoch keine Garantie für einen langfristigen Gebrauch. Ein Teil des benötigten Grundwassers ist mit diesen Brunnen vorhanden, zusätzliche Brunnen müssen nun aber gebohrt werden.
